Stalking - Was ist das eigentlich?
Der Begriff „Stalking“ kommt ursprünglich aus der englischen Sprache und
bedeutet „heranpirschen“, „jagen“. Mittlerweile wird der Begriff für ein auch
für eine Verhalten verwendet, dass sich in der deutschen Sprache am besten mit
„nachstellen“ umschreiben lässt. Erst vor einigen Jahren wurde Stalking einer
breiten Öffentlichkeit bekannt, als Prominente davon betroffen, also Opfer
wurden.
Der „Stalker“ verfolgt sein Opfer auf vielfältigste Weise: Zahlreiche
Telefonanrufe und/oder SMS rund um die Uhr treten ebenso häufig auf wie
„Herumtreiben“ in der Nähe der Wohnung oder des Arbeitsplatzes des Opfers.
Häufig sind auch das Verfolgen des Opfers durch Hinterherlaufen-/fahren und die
Kontaktaufnahme über Verwandte, Freunde oder Arbeitskollegen.
Typisches Verhalten ist aber auch das Zusenden von Blumen, Geschenken, Emails
und Briefen und das Hinterlassen von Nachrichten an anderen Orten.
Benachteiligendes oder erniedrigendes Verhalten, wie Sachbeschädigung, die
Bestellung von Zeitungsanzeigen (Todesanzeigen oder auf den „Sexseiten“) und
unerwünschten Waren gehört zum typischen Täterverhalten.
Die Ausübung körperlicher Gewalt gegen das Opfer kommt weniger häufig vor.
Die beispielhaft geschilderten Verhaltensweisen erscheinen dem Unbeteiligten
zunächst harmlos, die Lebensqualität des Opfer schränken sie jedoch ebenso
erheblich ein wie sie gesundheitliche Auswirkungen haben: Oftmals bekommen die
Opfer Angstzustände, leiden unter Schlaflosigkeit, Kopf- oder Magenschmerzen und
ähnlichen Symptomen. Finden die Nachstellungen über einen längeren Zeitraum
statt, kommen gelegentlich Depressionen hinzu, die Opfer ziehen sich vor
Verwandten und Freunden zurück und versuchen, alles zu vermeiden, was annähernd
mit dem Stalker zu tun hat.
Am häufigsten werden Personen zum Opfer von Nachstellungen, die zuvor eine
Beziehung mit dem Täter hatten und/oder seinen Beziehungswunsch zurückgewiesen
habe. Gelegentlich ist aber der Täter dem Opfer auch gar nicht oder nur flüchtig
bekannt.
Insbesondere solche Stalker, die eine Beziehung mit dem Opfer hatten, wissen
sehr schnell und sehr gut, wie sie dem Opfer nahe kommen und seelischen Druck
ausüben können. Für die Opfer ist es dann sehr schwer, sich von diesem Menschen
abzugrenzen, weil er doch früher einmal sehr geschätzt wurde.
Insgesamt lässt sich sagen, dass Stalking ein sehr vielschichtiges Verhalten
ist, das die unterschiedlichsten Täter begehen und dem die verschiedensten
Personen zum Opfer fallen. Ein Opfer von Stalking sollte sich immer
psychologische Hilfe und Hilfe von Familie und Freunden, der Polizei und
vielleicht von einem Anwalt holen. Eine solch bedrückende Situation alleine
meistern zu wollen ist fast unmöglich. Und: Stalking hört niemals von alleine
auf!
Jedenfalls sollte ein Opfer von Nachstellungen eine Art Tagebuch führen, in dem
es mit Datum und Uhrzeit niederschreibt, welche Tathandlungen stattgefunden
haben und wie es sich dabei gefühlt hat. (Zum Beispiel: 01.08.2007, 14.30-18.00,
X lungert vor dem Hause herum, Angstzustände, Schweißausbrüche)
Seit März 2007 ist die Bestrafung von Nachstellungen durch den neuen § 238 im
Strafgesetzbuch erheblich erleichtert worden. Alle der oben genannten
Verhaltensweisen sind unter Strafe gestellt worden, für sie muss bei der Polizei
Strafantrag gestellt werden, ähnliche und schlimmere Verhaltensweisen werden
ebenfalls bestraft, hier kann die Polizei auch ohne Strafantrag einschreiten.
Zivilrechtlich kann zudem über die Rechtsantragstelle eines Gerichtes oder über
einen beliebigen Anwalt eine Unterlassungsverfügung nach dem Gewaltschutzgesetz
erwirkt werden.